Aufbau eines Heissluftballon
![]() | 1. Parachute 2. Lastgurt 3. Hüllenbahn 4. Ballonhülle 5. Nomex Bahn 6. Scoop 7. Brenner 8. Korb |
Der Heissluftballon
wird durch Erhitzen der Luft gesteuert. Warme Luft ist leichter als Kalte. Wird die Luft im Ballon erhitzt, nimmt das Gewicht pro m3 Luftinhalt ab. Sobald genug Tragkraft vorhanden ist, beginnt der Ballon zu steigen. Ist genau so viel Tragkraft vorhanden um das Gewicht des Ballons zu tragen, bleibt der Ballon auf gleicher Höhe stehen. Ist die Tragkraft geringer, beginnt der Ballon zu sinken. Mit dem Brenner muss immer wieder eingeheizt werden, weil die dünne Ballonhülle ein schlechter Wärmespeicher ist. Die Temperatur in der Hülle beträgt rund 80 - 100°C
Die Grössen
Heissluftballone werden in verschiedenen Grössen gebaut und sind in so genannte Klassen eingeteilt.
| FAI Klasse | Nenninhalt |
| AX 3 | 401 - 600 m3 |
| AX 4 | 601 - 900 m3 |
| AX 5 | 901 - 1200 m3 |
| AX 6 | 1201 - 1600 m3 |
| AX 7 | 1601 - 2200 m3 |
| AX 8 | 2201 - 3000 m3 |
| AX 9 | 3001 - 4000 m3 |
| AX 10 | 4001 - 6000 m3 |
| AX 11 | 6001 - 9000 m3 |
| AX 12 | 6001 - 12000 m3 |
![]() | Die Hülle Moderne Heissluftballonhüllen sind aus dünnem
reissfestem Nylon gefertigt. Die nötige Dichtheit wird durch eine
Polyurethan Beschichtung erreicht. Je nach Hersteller liegt das
Gewicht der Hülle bei 60g/m2. |
![]() | Jeder Hersteller hat verschiedene Hüllentypen im Angebot. Das Angebot reicht von 8 bis 32 Bahnen. Die Ballonhülle wird aus vielen Feldern zusammengenäht. Lastbänder in horizontaler und vertikaler Richtung nehmen die Kräfte auf. Je mehr Bahnen eine Hülle aufweist, umso glatter ist ihre Oberfläche. Das ist besonders für eine Werbeaufschrift von Bedeutung. Ballonhüllen mit weniger Bahnen sind bei gleichem Volumen leichter als Hüllen mit mehr Bahnen, weil sie weniger Lastbänder aufweisen. |
![]() | An der unteren Öffnung befindet sich der Scoop (die Schürze) aus Nomex Stoff. Dieses Stoff Dreieck wird als Windschutz beim Aufrüsten gebraucht. Die Wärme des Brenners wird bei Bodenwind in die Hülle geleitet. |
![]() | Das Fahrventil Oben in der Ballonhülle befindet sich das Fahrventil, das so genannte Top. Mit diesem kann der Pilot bei Bedarf warme Luft ablassen und so das Fahrverhalten beeinflussen. Nach der Landung wird über das Ventil die restliche Luft aus der Hülle abgelassen und der Ballon entleert sich. Es gibt verschiedene Fahrventile welche je nach Grösse und Einsatz des Ballons ausgewählt werden. |
![]() | Der Parachute ist eine runde Stoffscheibe welche mit Zentrierleinen im Ballon aufgehängt ist. Die warme Luft drückt den Parachute gegen den Rand der Ballonhülle und dichtet so ab. Über eine Umlenkrolle ist die Parachute-Leine in der Mitte befestigt. Zieht der Pilot an der Leine, öffnet sich der Parachute und warme Luft kann entweichen. Wird die Leine wieder losgelassen schliesst sich der Parachute durch den Innendruck wieder. |
| Das Smart Ventil od. Para Quick Dieses Ventil eignet sich besonders für grössere Ballone, weil die Luft schneller entweichen kann. Eine Stoffscheibe ist ebenfalls an Zentrierleinen aufgehängt. Der Stoff wird aber beim Öffnen in die Mitte gezogen. Die Luft kann schneller entweichen, was bei hohen Windgeschwindigkeiten eine sichere Landung bedeutet. |
![]() ![]() | Das Drehventil ist eine Öffnung in der Mitte der Hülle. Durch ziehen an der Drehventil-Leine strömt Luft in eine definierte Richtung aus. Der Ballon dreht sich um seine Achse. Es gibt Links und Rechtsläufige Drehventile. Grössere Ballone brauchen ein Drehventil um den Korb beim Landen ausrichten zu können. Für Werbeballone ist ein Drehventil sinnvoll, um die Werbung drehen zu können. |
![]() | Der Korb 1. Brenner 2. Instrumente 3. Brennerstütze 4. Korb 5. Schnellstartkupplung Der Korb wird geflochten. Traditionellerweise aus Weiden neu aber auch mit Peddigrohr. Der Boden ist entweder geflochten oder besteht aus einem Holzrahmen. Starke Eichen Kanthölzer schützen den Korbboden bei der Landung. Die Brüstung ist verstärkt und mit Naturleder überzogen. Zwei bis vier Stahlseile umlaufen den Korb, werden beim Brennerrahmen befestigt und mit der Hülle verbunden. Versuche mit anderen Materialien haben sich nicht bewährt. Das Geflecht ist geschmeidig und kann Schläge gut abfangen. Wenn ein Korb gepflegt wird, kann er viele hundert Landungen überstehen. Alle 2 Jahre sollte man das Weidengeflecht mit Leinöl behandeln. |
![]() ![]() | Der Brenner ist das wichtigste Instrument an Bord. Jeder Pilot behandelt seinen Brenner wie ein Juwel. Durch den natürlichen Gasdruck fliesst flüssiges
Propangas in die Verdampferspirale des Brenners. Dort herrscht eine
grosse Hitze, dadurch verdampft das Gas und schiesst mit starkem
Druck aus den Düsen. So wird in kurzer Zeit sehr viel Energie
freigesetzt. Auf einem Manometer kann der Pilot den Druck im System
ablesen. Besonders im Winter bei tiefen Temperaturen kann der
Systemdruck knapp werden. Dann kann mit Methangas ein Druckpolster
in der Gasflasche erzeugt werden. Damit das Gas beim Öffnen des Ventils entzündet wird, brennt während der ganzen Fahrt eine so genannte Pilotflamme. Diese wird wie ein Bunsenbrenner aus der Gasphase der Flasche gespiesen. Wenn man über Lärmsensible Gebiete fährt, kann der so genannte "Kuhbrenner" benutzt werden. Ein Ventil dass direkt flüssiges Gas ausströmen lässt. Diese Verbrennung ist viel leiser als der Hauptbrenner. Aber die Verbrennung ist nicht vollständig und es entsteht Russ welcher sich in der Hülle absetzt. |
![]() | Die Gasflasche Erst durch die Moderne Technik
des Heizen mit Propangas schaffte der Heissluftballon den
Durchbruch. Es werden Behälter aus verschiedenen Materialien angeboten. Die Aluminium Flasche war Jahrelang Nummer 1. Die Chromstahlflasche ist Heute weit verbreitet. Wer das Gewicht möglichst klein halten will, wählt die Titan Flasche. Die Grössenpalette reicht von 20 - 70 kg Inhalt. Für eine 1-2 stündige Fahrt werden 4-5 Flaschen à 20 kg Propangas mitgeführt. Ein geeigneter Landeplatz sollte in Aussicht sein, wenn die letzte Flasche angebraucht wird. Diese reicht dann noch für ca. 30 Minuten Fahrt. Meist bleiben aber 2 Flaschen übrig. Zuviel Gas ist kein Problem, zuwenig hingegen ein Grosses! |
















