Gas- Nachtfahrt August
Eine spannende Weitfahrt konnten wir vom 3. - 5. August 2010 durchführen. Ein Zwischenhoch brachte das erhoffte Wetterfenster. Zusammen mit unserem Freund und Meteorologen Daniel Gerstgrasser ermittelten wir den Startzeitpunkt hinter dem letzten Regenschauer. Als idealer Startort erwies sich Stuttgart. Unsere Gasballonfreunde von der Ballonsportgruppe Stuttgart waren sofort bereit ihren Startplatz zu öffnen und hiessen uns willkommen. Während der Anfahrt zog der letzte Regenschauer über Stuttgart, was Volker zur Feststellung " dein Zwischenhoch tropft gerade vom Himmel" veranlasste. Doch Daniel Gerstgrasser hatte alles im Griff und so konnten wir mit dem Aufrüsten beginnen.
Kurz nach 00:30 Uhr war es dann soweit, wir hoben langsam ab und stiegen in den Nachthimmel über Stuttgart. Ein tolles Gefühl und eine überwältigendes Lichtermeer empfing uns. Da der Ballon nicht ganz gefüllt war, stiegen wir ohne Ballastverbrauch bis auf die Prallhöhe von 650m.ü.M. Die Fahrt ging mit Südwestwind Richtung Schwäbisch Hall. Unser neuer Ballon ist absolut Dicht und deshalb war der Ballastverbrauch gleich Null. Stabil und immer schneller glitten wir über die nächtliche Landschaft. Im Morgengrauen hatten wir die Gegend von Dinkelsbühl und Feuchtwangen erreicht. Mit der Sonnenerwärmung wollte unser Ballon steigen. Da die beste Richtung am Boden zu finden war, musste durch Gasablassen die Erwärmung und dadurch die bessere Tragkraft kompensiert werden. Wir wollten unten bleiben und bis Thermikbeginn den Bodenwind nutzen.
Ab 09.00 Uhr begann die Thermik und damit die Wolkenbildung. Bis 3500 m.ü.M würden die Quellwolken steigen hatte uns Meteorologe Daniel vorhergesagt. Doch dank einer starken Inversion auf dieser Höhe, würden sich keine Gewitter bilden können. Wir stiegen mit den Wolken auf und waren gegen Mittag auf über 3000 m.ü.M. Es ist eindrücklich so nahe an den gewaltigen Quellungen zu sein. Unter den Wolken kreisten die Segelflugzeuge. Wir achteten darauf ausserhalb der Thermik zu bleiben. Die Flugsicherung vorbereitet von Michael Reichert liess uns weiter steigen. Etwas Hektik kam auf, als wir darauf aufmerksam gemacht wurden, dass das Sperrgebiet Hohenfels östlich Nürnberg Aktiv sei. Bald war klar, dass wir nicht daran vorbei kommen würden. Sollte das das Ende der Fahrt werden? müssen wir absteigen? Nein, dank der Mittagspause auf dem Schiessgelände konnten wir das Sperrgebiet durchqueren. Ein Dankeschön nach Nürnberg!
Hohe Wolken deckten die Sonne am Nachmittag ab, dadurch liess die Wolkenbildung und die Thermik nach. Mittlerweile waren wir in Tschechien und leiteten den Abstieg ein. Ziel war es eine Zwischenlandung zu machen und die Crew auszutauschen. Werner und Jris hatten alle Hände voll zu tun, um bei der Landung am Ballon zu sein. In Tschechien gibt es nicht so viele Strassen wie bei uns. Souverän wie immer schafften Sie es und so konnten wir mit wenig Gasverbrauch landen. Nach 45 Minuten waren wir wieder startklar und hoben in die zweite Nacht ab.
Durch die grosse Fahrthöhe am Vortag, stieg unser Ballon in der zweiten Nacht bis auf 2500 m.ü.M. Mit Temperaturen um den Gefrierpunkt mussten wir im Korb nahe zusammenrücken um genug Warm zu haben. Danke einer Wolldecke über den Knien war es angenehm und wir genossen die Dörfer und Städte unter uns. Immer mehr drehte die Richtung nach Norden, genau wie es die Berechnungen vorhergesagt hatten. Den Sonnenaufgang erlebten wir bereits wieder in Deutschland südöstlich Dresden.
Nach 31h 35min. setzten wir nordöstlich von Dresden zur Landung an. Wir hätten noch genügend Ballast zum Weiterfahren gehabt, aber auf den Mittag hin kündeten sich die ersten Regenschauer an. Das Zwischenhoch welches uns diese herrliche Fahrt ermöglichte, schwächte sich merklich ab. So nutzten wir die ruhige Morgenluft für eine sanfte Landung. Jris und Verena waren sofort zur Stelle und gemeinsam wurde der Ballon entleert und alles verpackt. Ein weiteres Abenteuer ging mit der Heimreise zu Ende.























